FinTech-Studie: Zwischen Hype und Nachhaltigkeit [+ Infografik]

Die Medien sind voll von Beiträgen zu FinTechs – manchmal werden sie als Hype abgetan, ein anderes Mal als Revolutionäre des Bankings gefeiert. Disruption oder Beschleunigung des Wettbewerbs? Die Studie „Das FinTech-Universum 2015 – Innovationen durch FinTechs im B2B“ geht dieser Frage auf den Grund. 

FinTechs finden sich heute in allen Bereichen des Bankings: vom Zahlungsverkehr über die Kreditvergabe und das Portfoliomanagement bis hin zur Customer Journey. Die Studie analysiert 15 FinTechs, die ihr Geld im B2B-Umfeld verdienen wollen. Zusätzlich wurden 34 Banker online befragt, ergänzt durch zwei persönliche Interviews.

Und wie gefährlich sind sie nun, die jungen Wilden? Die Relevanz der FinTechs steigt. Sagen die Banker. Heute sind sie für immerhin 24 Prozent (sehr) relevant – ein Wert, der im Zeithorizont betrachtet zunimmt. In fünf Jahren auf 53 Prozent, in zehn auf 74 Prozent. Aber haben sie die Kraft, die Bankenlandschaft nachhaltig zu verändern?

„Können sie nicht nur, sondern tun es auch schon. (…) Und sie haben eine Innovationskraft und Flexibilität, die Banken im Moment größtenteils vermissen lassen,“

sagt einer unserer Interviewpartner. Der andere:

„FinTechs sind sehr spezialisierte Anbieter. Das komplette Dienstleistungsangebot einer Bank decken sie nicht ab.“

Der Wellengang ist unterschiedlich stark

FinTechs sind sowohl als Attacker (angetreten, den Banken Umsätze abzujagen) als auch als Zulieferer (um Banken ihre Innovationen zu verkaufen) unterwegs. Und tatsächlich haben viele Ideen ein hohes Marktpotenzial (= Potenzial, sich am Markt durchzusetzen). Der Haken: Ein echtes Eruptionspotenzial (= Potenzial, den Banken Umsätze in nennenswerter Größenordnung abzutrotzen) haben nur wenige.

Wir fanden heraus: Den FinTechs, die als Zulieferer agieren, kann zu weiten Teilen ein hohes Marktpotenzial zugeschrieben werden. Für Kunden bedeutet das, sie können auf bessere digitale Banking-Leistungen hoffen – für Banken, dass sie auf die richtigen Zulieferer setzen müssen. In Bezug auf das Eruptionspotenzial zeigen die Attacker deutlich weniger Durchschlagskraft. Chancen ergeben sich nach unserer Einschätzung vor allem bei zwei Themen: Payment inkl. Kassensysteme und Unternehmenskredite für kleine und mittlere Unternehmen. Die anderen untersuchten Geschäftsmodelle (z.B. Cash Online Payment oder Factoring) bewegen sich eher in weniger attraktiven Geschäftsbereichen und sind damit nicht in der Lage, die Banking-Welt ernsthaft ins Wanken zu bringen. Aktuell sehen wir die Wertschöpfung der Banken nicht in nennenswerter Größe gefährdet.

Banker befürchten Gefahr für das Kerngeschäft

Gleichzeitig sagen 60 Prozent der befragten Banker, dass FinTechs ihnen in den Kerngeschäften gefährlich werden können. Welche Einschätzung stimmt – keine, eine oder beide? Wer ist am oberen Ende der Nahrungskette? Fressen die FinTechs die Banken? Die Banken die FinTechs? Oder Amazon, Google, Apple & Co. am Ende beide?

Infografik zur Studie

Die Grafik können Sie gerne verwenden. Ich würde mich über eine kurze Info an presse@pass-consulting.com freuen.

 

PASS FinTech-Studie_Infografik_final

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.