Innovation Report Banking 2016: Halten Banken mit den FinTechs Schritt?

Innovation Report Banking 2016: Halten Banken mit den FinTechs Schritt? [Infografik]

Online-Banking – einst ein innovativer Ansatz – ist längst zum Standard geworden. Zeit, die Messlatte deutlich höher zu legen. Wie innovativ sind Banken im Digital Retail Banking und welchen Einfluss üben FinTechs aus? Ein zentrales Ergebnis des Reports: Banken mangelt es an Innovationen mit Marktveränderungspotenzial. 

Die Kundenwünsche haben sich weiterentwickelt, es gibt innovative Angebote und Ideen – auf Seite der Banken, vor allem aber seitens der neuen Player am Markt. Der Innovation Report Banking zeigt die schwierige Marktlage der Banken auf, untersucht, wie sie mit dem frischen Wind durch FinTechs umgehen und bewertet, welche Strategien zukunftsweisend sind. Dafür analysiert er 40 Bankwebsites im DACH-Raum sowie exemplarisch sechs FinTechs aus unterschiedlichen Produktsegmenten. Zusätzlich wurden 18 Bankmitarbeiter, vier Vertreter aus dem FinTech-Lager und mehr als 6.000 Bankkunden befragt und u.a. gebeten, den aktuellen Innovationsstand zu bewerten.

Auf Expertenseite – bei Bankmitarbeitern und FinTechs – fällt diese Einschätzung eindeutig aus: Banken leiden häufig unter Innovationsdefiziten, die auf einer fehlenden Kultur des Scheiterns, zu wenig digitaler Kompetenz und der immanenten Systemkomplexität basieren. Zusätzlich wirkt sich die Regulierung einschränkend aus, erhöht gleichzeitig aber auch den Innovationsdruck. So zeigt die Analyse, dass nicht wenige Innovationen auf der Umsetzung gesetzlicher Vorgaben fußen. Dadurch fehlt ihnen allerdings ein klares Alleinstellungsmerkmal und insgesamt sind die Innovationen größtenteils Me-too-Ansätze. Im Fokus steht vor allem die Kundenbindung; offensive Strategien zur Eroberung neuer Märkte und Zielgruppen sind dagegen selten.

Eine Branche im Umbruch

Angesichts der aktuellen Lage der Banken überrascht dieses Ergebnis. Banken bewegen sich seit jeher in einem Spannungsfeld von gesetzlichen Anforderungen, neuen Wettbewerbern und Kundenwünschen. Doch nun hat sich die Lage verschärft. Die Niedrigzinspolitik hat das Geschäftsmodell der Banken an seine Grenzen gebracht und FinTechs drängen offensiv in den Markt. Sie haben das Potenzial, die Banken zu attackieren – hätten sie doch nur Zugang zum Kunden. Dieser ist der Trumpf der Banken und so wundert es kaum, dass FinTechs aktuell lieber kooperieren als angreifen.

FinTech-Lösungen: Chance oder Bedrohung?

Trotz aller Kooperationsmeldungen der letzten Monate: Die wenigsten Banken nutzen bisher die Chancen, die FinTech-Lösungen bieten. Vor allem bei den Themen Kontowechselservice, Allfinanzberatung und Kapitalanlage lässt sich ein hohes Marktpotenzial der FinTechs erkennen. Marktveränderungspotenzial verbirgt sich vor allem im letztgenannten Punkt: Robo-Advisor könnten die Anlageberatung grundlegend verändern. Sie attackieren nicht nur das Private Banking, sondern auch die Anlageprodukte im Retail Banking. Von Kooperation ist in diesem Geschäftssegment auf Bankenseite noch nicht viel zu spüren. Lediglich ein Viertel der analysierten Banken setzt einen Online-Vermögensverwalter ein. Und das, obwohl Kunden, so ein zentrales Ergebnis der Nutzerumfrage, für Innovationen in diesem Bereich offen wären.

FinTechs mit niedrigem Volumen, aber viel Potenzial

Von Service bis Sicherheit: Banken haben zahlreiche Innovationsdefizite und müssten dringend handeln, um mit kundenfreundlichen Produkten neue Ertragsquellen zu erschließen und weniger angreifbar für die neuen Marktteilnehmer zu werden. Diese sind zwar noch keine ernstzunehmende Gefahr – so liegt das Geschäftsvolumen aller FinTechs zusammen im Kreditbereich z.B. deutlich unter dem einer kleinen genossenschaftlichen Bankfiliale –, aber trotzdem wäre es falsch, die Bedrohung zu unterschätzen. Mit starken Venture-Kapitalisten im Rücken verändert sich das Kräfteverhältnis nach und nach. Außerdem droht noch von einer ganz anderen Seite Gefahr: Die Internetkonzerne drängen ins Banking und sie haben den begehrten Zugang zum Kunden. Sie könnten, ob mit eigenen oder FinTech-Lösungen, den Markt auf den Kopf stellen.

Für Banken ist es allerhöchste Zeit zu handeln – das zeigt der Innovation Report Banking 2016 mehr als deutlich. Sie sollten vor allem dort investieren, wo FinTech-Lösungen ein hohes Marktpotenzial attestiert werden kann – denn mit diesem korreliert immer auch ein von Kundenseite wahrgenommenes Defizit im Leistungsangebot der Banken. So ließe sich das Spannungsfeld zwischen Innovationsgaps und Angriffspotenzialen auflösen: Kooperation ist das fehlende Bindeglied.

Infografik zur Studie

Die Grafik können Sie gerne verwenden. Ich würde mich über eine kurze Info an presse@pass-consulting.com freuen.

Innovation Report Banking 2016

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