4 Faktoren, damit Mobile Payment erfolgreich wird

4 Faktoren, damit Mobile Payment erfolgreich wird

Mobile Payment ist ein Dauerbrenner, der Durchbruch lässt jedoch weiter auf sich warten. Unser Gastautor Patrick Urban kommt zu einem einfachen Schluss: Den großen Sprung schafft Mobile Payment nur, wenn nicht mehr von Mobile Payment gesprochen wird.

Eine aktuelle Statista-Befragung kommt zu einem plakativen Ergebnis: die „German Angst“ bremst Mobile Payment aus. Demnach nutzen nur zwei Prozent der Befragten regelmäßig Mobile-Payment-Angebote, weitere acht Prozent zahlen unregelmäßig mobil. Als weiterer Faktor wird das in Deutschland noch recht beschränkte Angebot genannt. Aber ist das wirklich die ganze Wahrheit? Unser Gastautor Patrick Urban, Chief Marketing Officer von MUUME sieht den Knackpunkt vor allem in den Schlagwörtern Nutzen und Service:

So macht der Einkauf mit dem Smartphone in der Hand Spaß

Das Smartphone ist inzwischen so persönlich wie die Geldbörse. Dennoch bezahlen nur sehr wenige Smartphone-Nutzer mobil. Das zeigt, dass nach wie vor klassischen Bezahlmethoden per Bargeld oder Giro- und Kreditkarte bei Weitem der Vorzug gegeben wird. Würde es überhaupt einen Unterschied machen, ob der Kunde im Laden das Smartphone mit einer Bezahl-App oder die Giro-/Kreditkarte zückt? Ja, aber nur wenn es gelingt, zusätzlichen Nutzen sowie Services, die über reines Mobile Payment hinausgehen, zu schaffen. Es gilt „Shoppen + Bestellen + Bezahlen“ zu einem digitalen Self-Service-Erlebnis zu verzahnen.

Mehrwerte schaffen

Die Mehrheit der Verbraucher möchte immer und überall online sein, denn die digitale Welt verspricht per se Schnelligkeit und Einfachheit. Online bestellte Waren sollen schnell vom Händler versandt werden, weil diese bereits beim Kauf bezahlt wurden. In dieser Entwicklung rückt das Smartphone mehr und mehr ins Zentrum des Geschehens. Und immer spielt das digitale Bezahlen eine Rolle. Genau deswegen ist es aber auch sinnvoll, das digitale Bezahlen nicht isoliert zu betrachten, sondern den Gesamtprozess vom Stöbern und Shoppen über das Bestellen bis hin zum Bezahlen.

Mobile-Payment-Anbieter sollten die reine Bezahlung also nicht in den Vordergrund ihrer Anwendung stellen, sondern sie nur als einen Bestandteil des gesamten Konsumprozesses ansehen. Bezahlen ist für den Konsumenten eher ein notwendiges Übel, das zum Einkaufen gehört. Sein positives Shopping-Erlebnis steigern dagegen gute Services und umfassende Produktinformationen und -darstellungen unmittelbar am POS. Das Bezahlen selbst sollte so wenig wie möglich im Kaufablauf zu spüren sein, da es naturgemäß keinen Mehrwert für den Kunden bietet. Die Digitalisierung des Stöberns, Shoppens und Bestellens und der nahtlose Übergang zum mobilen Bezahlen hingegen stellen Mehrwerte dar. Wie übrigens auch die Verknüpfung zu Loyalty- oder Couponing-Programmen und in der Übergangsphase die reibungslose Integration bestehender klassischer Bezahlverfahren in den digitalen Service.

So könnte der Kunde selbst mit seinem Smartphone die jeweiligen Barcodes der Artikel am POS scannen. Diese werden daraufhin im virtuellen Warenkorb angezeigt. Der Konsument kann sich dann über die Produkte digital informieren und die Artikel sogleich bezahlen inklusive hinterlegter Kundenkarte. Der übliche Bezahlprozess entfällt und gleichzeitig steigt das Shopping-Erlebnis, weil das eigene Smartphone in den Mittelpunkt rückt. Der Händler wiederum erspart sich Infrastrukturkosten. Oder aber der Händler bietet dem Konsumenten die Möglichkeit zum digitalen Vorbestellen. Der Kunde wählt dabei die Abholart selbst aus. Entweder nutzt er den Pickup-Service zur Selbstabholung oder er lässt sich das Produkt nach Hause senden. Wichtig ist, dass solche Services den Händler näher an seine Kunden bringen. So entstehen neue Servicemöglichkeiten mit Mehrwerten – inklusive Couponing, Loyalty etc.

Den großen Sprung schafft Mobile Payment, wenn vier Dinge gelingen:

  1. Es wird nicht mehr von Mobile Payment gesprochen.
  2. Der gesamte Einkaufsprozess – Shoppen, Bestellen und Bezahlen – wird als Einheit digitalisiert. Nicht Mobile Payment wird als Lösung vermarktet, sondern der umfassende digitale Self-Service rund um den Einkauf.
  3. Die Produktdaten (Artikelbeschreibungen, Inhaltsstoffe etc.) werden professionell aufbereitet und dem Kunden auf dem Smartphone bereitgestellt.
  4. Der Übergang vom Shoppen und Bestellen zum Bezahlen findet nahtlos und digital auf dem Smartphone statt, ohne dass dies als notwendiges Übel wahrgenommen wird.

Sind diese Aspekte gewährleistet, verstärkt sich das positive Shoppingerlebnis des Konsumenten. Und dann hat auch die Stunde des Mobile Payments geschlagen.

Patrick Urban Über den Autor

Patrick Urban ist Chief Marketing Officer (CMO) von MUUME und verantwortet die Bereiche Marketing, Markenführung & Kommunikation. Er hat Betriebswirtschaftslehre studiert und war in mehreren B2C-Firmen in diversen Positionen tätig, bevor er sich als Retail- und Markenexperte selbstständig machte. In dieser Zeit hat er Unternehmen im analogen und digitalen Umfeld beraten. MUUME mit Hauptsitz in der Schweiz ist eine der führenden Plattformen für digitalen Self-Service für den täglichen Konsum, über die der Konsument seine Einkäufe und Bestellungen mühelos und individualisiert auf seinem Smartphone erledigt. Das Unternehmen ist Experte im Digitalen Produktdaten-Management und Digitalen Payment. MUUME ist technologie- und bezahlmethodenunabhängig und arbeitet mit den höchsten Sicherheitsstandards.

Bildquelle: Shutterstock

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