IT-Ausblick 2015 für die fondsgebundene Lebensversicherung

Der Garantiezins als Auslaufmodell: Die Zukunft gehört fondsgebundenen Lebensversicherungen und Hybridprodukten. Höchste Zeit für Versicherer, ihre IT den neuen Anforderungen anzupassen.

Die Schere zwischen dem Produktangebot und der Nachfrage nach renditeorientierten Altersvorsorgeprodukten geht immer weiter auseinander. Solvency II, eine andauernde Niedrigzinspolitik, wachsender Kostendruck sowie ein durch die Digitalisierung zunehmender Wettbewerb – die Versicherungsbranche steht vor zahlreichen Herausforderungen.

Auslaufmodell klassische Lebensversicherung

Beleuchtet man die aktuelle Ausgangssituation der Lebensversicherer, so stellt man schnell fest, dass deren Produkte, wie z.B. die klassische Lebensversicherung, aufgrund der erneuten Garantiezinssenkung auf 1,25 Prozent zum 1. Januar 2015 sowie der zunehmenden Beteiligungsrestriktionen der Versicherungsnehmer an den Bewertungsreserven, bedeutend an Attraktivität verlieren.

Noch bilden die Policen hierzulande einen eindrucksvollen Bestand von etwa 90 Millionen, die Zahl der Neuabschlüsse ging im vergangenen Jahr allerdings um deutliche 13 Prozent zurück. Die klassische Lebensversicherung scheint ohne Zukunft, bedenkt man überdies, dass ein Großteil der Versicherer kaum mehr genügend Gewinne erwirtschaftet, um die versprochenen Renditen auszuzahlen – kaum verwunderlich bei einem 1,00 Prozent Kupon für eine 10-Jahres-Bundesanleihe.

Trend zu Hybridprodukten und fondsgebundenen Lebensversicherungen

Versicherungsnehmer wünschen sich außerdem mehr Flexibilität in ihrer Vertragsgestaltung und in der Auswahl der Finanzprodukte, in die ein Invest erfolgt. Um den marktgetriebenen sowie regulatorischen Rahmenbedingungen gerecht zu werden, sind von den Versicherungsunternehmen Innovationen gefordert. In der Konsequenz setzen sie im Neugeschäft zunehmend auf fondsgebundene Altersvorsorgeprodukte mit Wertsicherung, sogenannte dynamische Hybridprodukte. ‚Hybrid‘ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass über das Sicherungsvermögen eine Garantie dargestellt wird, die jedoch erst mit Renteneintritt greift. Zur Ertragsgenerierung werden vor allem breit diversifizierte Fonds mit erhöhtem Aktienanteil genutzt. Da derartige Hybridprodukte und fondsgebundene Lebensversicherungen deutlich höhere Renditechancen als die klassische Lebensversicherung versprechen, ist mit einem kontinuierlichen Anstieg der Nachfrage nach entsprechenden Vorsorgeprodukten zu rechnen.

Automatisierte Prozesse werden zum Muss

Die neuen Vorsorgeprodukte senken das Zins- und Kostenrisiko für Versicherer, gleichzeitig erhöhen sich aufgrund der flexibleren Produkt- und Vertragsgestaltungsmöglichkeiten die Anforderungen an die operative Abwicklung sowie an Administration und Prozessgestaltung.

Gängige Fondsorder- und Fondsverwaltungssysteme unterstützen die Administration und Abwicklung fondsgebundener Kapitalanlagen durch die Automatisierung wesentlicher Prozesse wie der Orderermittlung und des gesamten Fondbuchungs- und Orderprozesses. Auch Kapitalmaßnahmen wie Fondsfusionen und -übertragungen werden automatisiert getätigt. Eine BaFin-konforme, revisionssichere Bestandsführung gemäß den Vorgaben des Risikocontrollings, Buchhaltung inklusive Meldewesen an die Bundesbank und parallele Rechnungslegung gemäß HGB/IFRS und Steuerrecht sind ebenfalls ein Muss automatisierter Fondsadministrationsverfahren.

Summa summarum: Versicherer, die bereits fondsgebundene Altersvorsorgeprodukte, Hybridprodukte oder auch andere neuartige Vorsorgeprodukte mit Fondsanteilen in ihrem Portfolio halten oder dies planen, sollten sich künftig verstärkt mit der Einführung eines Straight-Through-Processing-Verfahrens auseinandersetzen. Mögliche Benefits sind:

  • Reduktion der Personal- und Wartungsaufwände
  • Eliminieren von operativen Redundanzen
  • Schaffung freier Back-Office-Kapazitäten durch Automatisierung der Prozesse
  • gesetzeskonforme und risikominimierte Fondsverwaltung
  • kostenoptimierte Performance und Qualitätssteigerung durch Fehlerminimierung
  • Kostenreduktion durch Ablösung wartungsaufwendiger sowie unflexibler Altsysteme und -verfahren

 

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