Mit Hilfe von RPA die Prozesse im Banking optimieren

Volks- und Raiffeisenbanken nutzen in der Regel die Kernbankensoftware agree21®. Viele Geschäftsvorfälle sind über den Bankarbeitsplatz gut nachvollziehbar, doch die komplexeren Problemstellungen erfordern größeren manuellen Aufwand. Anhand der Bearbeitung eines eingehenden Pfändungs- und Überweisungsbeschlusses möchte ich in diesem Blogbeitrag aufzeigen, wie Robotic Process Automation (RPA) hierfür zielführend eingesetzt werden kann.

Hersteller von Kernbankensystemen sind in der Regel zurückhaltend, wenn es darum geht, Drittsoftwarelösungen über eine (freie) API an ihr System anbinden zu lassen. Doch es gibt auch einzelne Anbieter, wie zum Beispiel den SAP Konzern, die einen konträren Ansatz befürworten. Die Waldorfer stellen dabei vor allem das Gerüst der Software zur Verfügung und geben weiteren Unternehmen die Chance, eigene Ideen per API einzubringen. Mit diesen recht unterschiedlichen Herangehensweisen zu hadern hilft leider wenig, stattdessen muss nach Lösungsmöglichkeiten gesucht werden.

Bei einfachen Geschäftsvorfällen, wie z.B. Bargeldeinzahlungen oder einer Orderannahme im Wertpapiergeschäft, sind die Möglichkeiten des agree21®-Bankarbeitsplatzes sehr hilfreich. Bei komplexen Geschäftsvorfällen hingegen werden die manuellen Arbeitsschritte allerdings umfangreicher und damit auch aufwändiger. In diesem Bereich ist der Einsatz von RPA eine interessante Alternative zum manuellen Vorgehen.

Was ist RPA?

Robotic Process Automation (RPA) ist ein „Ansatz zur Prozessautomatisierung, bei dem manuelle Tätigkeiten durch Softwareroboter (sogenannte Bots) erlernt und automatisiert ausgeführt werden“. Das „Erlernen“ kann dabei auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen. So bieten Unternehmen auf dem Markt Lösungen an, bei denen bankeigenes Personal entsprechend darin geschult wird, anhand von Diagrammen kleinere Prozesse innerhalb der Software zu definieren und diese dann durch einen Roboter ausführen zu lassen.

Inwieweit dies bei komplexen Abläufen und Interaktionen zwischen der Drittsoftware und agree21® in der Praxis praktikabel ist, wage ich zu bezweifeln. Ein anderer Ansatz ist es, fertig erstellte Prozessketten anhand einzelner Funktionsbausteine zusammenzustellen und hierfür eine Standardsoftware zu verwenden.

Beispiel einer Pfändungsbearbeitung

Bei eingehenden Pfändungen ist die schnelle und fehlerfreie Umsetzung der erforderlichen Schritte das Wichtigste. So muss in der Regel zunächst der Kunde anhand der IBAN oder der sonstigen Angaben auf dem Pfändungs- und Überweisungsbeschluss ermittelt werden. Sollte das Guthaben auf den vorhandenen Konten als einfachste Lösung nicht ausreichend sein, müssen sehr rasch sämtliche Konten und Bankkarten des Schuldners gesperrt werden. Hierbei zeigt sich der Tiefgang der Bearbeitung: Ist die Kundennummer erst einmal ermittelt, werden eine Vielzahl von Funktionseinstiegen in agree21® BAP aufgerufen, bei denen wiederkehrend dieselben Angaben eingegeben werden müssen. Bei gewissen Konstellationen müssen weit über zehn unterschiedliche Funktionseinstiege abgearbeitet werden. Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer beträgt häufig 45 Minuten und mehr – pro Kunde!

Schnelle Lösung der Vorfälle mit dem agentes User Interface Connector (aUIC)

Eleganter ist hier sicherlich die maschinelle Bearbeitung durch die neue Standardsoftware der agentes solutions GmbH: Nach dem Ausfüllen einer webbasierten Eingabemaske mit den relevanten Angaben aus dem Pfändungs- und Überweisungsbeschluss, können nachgelagerte Prozessschritte individuell zusammengestellt und mittels RPA durch den agentes User Interface Connector (aUIC) maschinell in agree21® BAP ausgeführt werden. Ein Bearbeitungsprotokoll weist nach Abschluss der Arbeiten aus, welche Maßnahmen der aUIC erfolgreich ausgeführt hat. Gleichzeitig dient diese Übersicht als Checkliste, was ggf. noch manuell veranlasst werden muss.

Die Bearbeitungszeit reduziert sich auf wenige Minuten, Fehler können aufgrund der maschinellen Bearbeitung nahezu ausgeschlossen werden. Ein Übersichtliches Infocockpit sorgt zudem für Transparenz und übernimmt die Terminüberwachung. Wir groß der RPA-Anteil bei der Pfändungsbearbeitung ist und welche Tätigkeiten automatisiert bzw. manuell ausgeführt werden, kann individuell mit den Experten der agentes solutions GmbH besprochen werden. Die Kosten hierfür sind moderat und werden pro bearbeitete Pfändung berechnet. Aufgrund der geringen Initialkosten ist auch die ROI-Betrachtung höchst interessant.

 

Bild: Shutterstock

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