Robotic Process Automation: Schlüsselfertig und effizient

Software-Roboter übernehmen immer größere Teile der Arbeitswelt. Schätzungen zufolge könnten in den kommenden drei Jahren mehr als die Hälfte aller Backoffice-Arbeiten in der Administration und Marktfolge an ein Computerprogramm fallen.

Digitale Antragstrecken im Online-Produktvertrieb ergänzen und ersetzen zunehmend das klassische Beratergeschäft. Sie führen durch schnellere Abschlüsse auch zu mehr Wachstum. Schlüsselfertige Lösungen sind schnell einsetzbar und ermöglichen hohe Produktivitätssteigerung in den Geschäftsprozessen.

Mit Blick auf eine effiziente Etablierung solcher Software-Roboter stellt sich die Frage, inwieweit diese Technologie implementiert wird und wie der größtmögliche Nutzen beim Einsatz erzielt werden kann.

Vielen Banken stehen hier vor der Entscheidung, eine standardisierte und schlüsselfertigen Prozesssoftware zu beziehen, die z.B. mit dem agentes User Interface Connector (aUIC) technisch voll einsatzfähig bereitgestellt wird, oder stattdessen eigene IT-Ressourcen aufzubauen und Prozesse durch externe Tools selbst zu modellieren.

Wie steigere ich die Prozesseffizienz durch Robotic Process Automation?

Bei Robotic Process Automation (RPA) geht es grundsätzliche darum, sich wiederholende Tätigkeiten in sachlichen und administrativen Vorgängen bei der Datenerfassung, Weiterverarbeitung und Zuordnung an Endkunden oder an Kundenberater zu automatisieren. Auch bei Antragsstrecken im Online-Produktvertrieb ist dies von Relevanz und passiert vor allem an den Stellen, an denen bisher manuelle Abläufe vorhanden waren oder an denen originäre Schnittstellen zwischen inkompatiblen Anwendungen und digitalen Abläufen fehlen. Es werden damit neue, skalierbare Prozesse eingeführt, die im Ergebnis eine hohe Qualität gewährleisten. Gleichzeitig überzeugen diese durch ihre Schnelligkeit und die Option, Vorgänge nach Plausibilisierungs-Überprüfungen durch technische Freigaben unabhängig entscheiden zu können.

Über einige dieser Vorteile von RPA, zum Beispiel innerhalb der Optimierung einer Pfändungsbearbeitung, haben wir vor Kurzem hier auf dem Finance IT Blog berichtet.

Robotic Process Automation im Einsatz: Softwareroboter unterstützt bei der Datenverarbeitung.

Produktivitätsgewinn durch Vermeidung von individuellen Fehlern dank Prozesslogik

Ziel ist es, durch die automatisierten Prozesse (Use Cases) bei reduzierten Aufwänden mehr Wertschöpfung bei gleichzeitiger Zeit- und Kostenersparnis zu generieren. Fehleranfälligkeiten, die dem Benutzer beim manuellen Bearbeiten oft zu schaffen machen – oder oft nicht rechtzeitig erkannt werden – werden durch funktionierende Prozesslogiken technisch vermieden. Skalierbare Batchläufe ersetzen dabei die Notwendigkeit einer physischen Anwesenheit der Benutzer und erzeugen eine hocheffiziente autonome Verarbeitung.

Die herkömmlichen manuellen Verarbeitungs- und Antragsstrecken bedeuten im Bankwesen noch häufig das Abtippen von Bildschirmen oder das Eintragen von Daten aus papierhaften Formularen, was durch den Einsatz von Robotic Process Automation in automatisierten One-&-Done-Prozesse (Use Cases) digital ersetzt wird. Neben den Banken profitiert auch der Kunde enorm von den nun für ihn bequemen und zeitsparenden Prozessen.

Gewährleistung der regelmäßigen Pflege der Software

Für viele Banken sind die Pflege ihrer Software-Anwendungen und die permanente Sicherstellung der Konnektivität zur IT bei Änderungen von Prozessen (Use Cases) von entscheidender Bedeutung. Es geht bei der Bereitstellung der Prozesse nicht nur um das für Erstellung notwendige IT-Know-how, sondern auch um die Praxistauglichkeit. Was nützt die beste Programmierung, wenn der Anschluss an die eigene IT nicht passt, weil keine Schnittstelle vorhanden ist oder freigeschaltet wird.

Konfigurierbare und feingranulare Prozesse (Use Cases) sind am Markt schlüsselfertig zu beziehen, können via Robotic-Process-Automation-Tools aber auch selbst modelliert werden. Letzteres setzt jedoch voraus, dass ein dauerhafter Aufbau von qualifizierten IT-Ressourcen durch den Anwender sichergestellt ist. Die modellierte Software ist technologisch zu pflegen und aktuell zu halten. Eine Konnektivität mit den technischen Systemvorgaben der zu nutzenden IT-Infrastruktur, sei es im eigenen Rechenzentrum oder beim externen Dienstleister, ist dauerhaft zu gewährleisten.

Nicht vorhandene technische Konnektivität führt dazu, dass Ergebnisse aus dem Einsatz der RPA wieder händisch und manuell weiterverarbeitet werden müssen. Falls keine originäre Schnittstelle zum Backend vorhanden ist, welche Daten lesen, schreiben oder zuordnen kann, besteht die Gefahr, dass auf lange Sicht ein mit übermäßig hohen Kosten verbundenes Modellierungskonzept implementiert wurde. Komplexe Makros zur Datenverarbeitung, die hilfsweise eingesetzt werden müssen, blockieren Anwendungen und Anwender. Der Bearbeiter muss warten, bis die Vorgänge technisch abgearbeitet sind, bis er neue anstoßen kann.

Der agentes User Interface Connector ermöglicht automatisierten und sicheren Datenaustausch.

Vorhandene IT-Systeme werden integriert und weiterentwickelt

Per Robotic Process Automation können Alt und Neu in einen digital automatisierten Prozess effizient integriert werden. Digitale Transformation heißt nicht allein, die alten Wege in neue zu überführen, sondern auch neue Logiken zu kreieren und in den Prozessen (Use Cases) einzusetzen. Eine Voraussetzung, um die ökonomischen Ergebnisse in einem sich wandelnden Umfeld dauerhaft zu erzielen und auszubauen. Für Banken heißt es nun: innovativ agieren und Wettbewerbsvorteile für die Zukunft sicherstellen.

„Der einzige Mensch, der sich vernünftig benimmt, ist mein Schneider. Er nimmt jedes Mal neu Maß, wenn er mich trifft, während alle anderen immer die alten Maßstäbe anlegen in der Meinung, sie passten auch heute noch.“

George Bernard Shaw (Irischer Dramatiker) 

 

Bild: Shutterstock

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